JSK-Privatpraxis - Dr. med Julia Shababi-Klein

"Probleme sind verkleidete Möglichkeiten." 
(Thoreau)

Stress, Überforderung, schwierige Lebensphasen und die damit verbundenen inneren und äußeren Konflikte können unser sensibles inneres Gleichgewicht und unser Leben nachhaltig beeinflussen und stören. Bisherige BewäItigungsstrategien funktionieren nicht mehr bzw. die Ressourcen und Kapazitäten sind durch eine lang andauernde Belastung oder akute Lebenskrise schlicht erschöpft. Dieses kann zu depressiven Episoden, Ängsten, Suchterkrankungen, Traumatisierungen, Essstörungen und psychosomatischen Beschwerden führen, die häufig im Verlauf eine negative Eigendynamik entwickeln, der sich der Einzelne allein nur noch schwer entziehen kann.

Durch eine Psychotherapie erhalten Sie die Möglichkeit, Emotionen und Gedanken zu verarbeiten und zu verstehen, neue Denkweisen zu entwickeln und invasive Muster und Verhaltensweisen zu verändern.

Bei bestimmten, den Alltag bereits deutlich einschränkenden psychischen Störungen kann darüber hinaus eine unterstützende Medikamentöse Behandlung erforderlich sein.

Behandlungsspektrum

● Angsterkrankungen

Angst ist von Natur aus keine Krankheit, sondern eine angeborene Reaktion auf Gefahr. Angst vor Gefahren oder vor riskanten Unternehmungen bewirkt, dass wir unser Leben schützen und vorsichtig sind. Der Körper spielt bei Angst eine wichtige Rolle. Er hat eine biologisch angelegte Sicherheits- und Alarmfunktion, d.h. Angst macht sich durch deutlich spürbare Körpersymptome bemerkbar - wie Herzklopfen, Atemnot, zittrige Hände, Benommenheit/ Schwindel, weiche Knie. Solange wir verstehen, womit diese Körperreaktionen zusammenhängen, ist alles gut.

Angst, die sich mit möglichen Gefahren beschäftigt und dabei die Verbindung mit den realen Gegebenheiten verliert, ist kaum noch einzugrenzen. Jedes neue Symptom, jede Missempfindungen kann einen neuen Angstzyklus in Gang setzen, aus einem Warnsignal kann so ein Daueralarm werden. Angststörungen äußern sich in sozialen Ängsten (Angst, zu versagen, Angst vor der negativen Bewertung der anderen, übertriebene Schüchternheit, Prüfungsangst), Panikattacken, andauernden Sorgen, verbunden mit Anspannung, Schlafstörungen innerer Unruhe sowie in spezifischen Ängsten (z.B. Flugangst, Angst vor dem Zahnarzt, Angst vor bestimmten Tieren). Angsterkrankungen lassen sich psychotherapeutisch sehr gut behandeln.

● Psychokardiologie

Herz: Risikofaktor Psyche

Depressive Störungen und Angsterkrankungen gelten als eigenständige Risikofaktoren für die Entstehung von kardio-vaskulären Erkrankungen. Psychische Belastungen führen zu einer Überaktivität der Stresshormone. Körperliche Auswirkungen sind direkt messbar:

Die Blutgerinnung wird aktiviert, die Viskosität des Blutes und damit das Thromboserisiko steigen. Entzündungsreaktionen werden begünstigt, die Herz und Gefäße schädigen können.

Die Anpassungsfähigkeit der Herzfrequenz nimmt ab, es kann zu Tachykardie und Rhythmusstörungen kommen. Es entwickelt sich ein metabolisches Syndrom mit den bekannten Symptomen viszerale Adipositas, Insulinresistenz und Bluthochdruck.

Andererseits können Herz-Kreislauf-Erkrankungen psychische Erkrankungen wie depressive Störungen, Angsterkrankungen und somatoforme Störungen zur Folge haben, die wiederum den kardio-vaskulären Krankheitsverlauf ungünstig beeinflussen.

Bei einer kardio-vaskulären Grunderkrankung ist vor diesem Hintergrund eine präventive oder adjuvante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung zur Minimierung des Risikofaktors Stress sowie zur Wiedererlangung mentaler Sicherheit sinnvoll.

● Burn-out

Burn-out Syndrom und Erschöpfung

Ein Burnout-Syndrom bezeichnet einen Zustand emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit, welcher auf Überbelastung zurückzuführen ist. Meist wird dieses durch Stress ausgelöst, der nicht bewältigt werden kann. Ein eigenständiges medizinisches Krankheitsbild ist ein Burnout jedoch nicht. Vielmehr kann der Zustand des Ausgebranntseins als eine Vorstufe für manifeste psychische Erkrankungen wie etwa depressive Episoden oder Angststörungen angesehen werden.

Auslöser für den Burnout-Prozess ist meist eine Phase, in welcher Betroffene ein Übermaß an Energie einsetzen. Das kann am Arbeitsplatz, aber auch in der Pflege Angehöriger, in der Kindererziehung oder im Schulalltag sein. Der Grund kann, muss aber nicht, Idealismus sein: Man "brennt" für eine Sache und setzt seine gesamte Energie dafür ein. Vor allem, wenn über einen längeren Zeitraum Belohnungen ausbleiben, geht der Eifer irgendwann in Frustration über. Das Engagement schwindet, die Erwartungshaltung an die Umwelt wächst. Oft entwickeln Betroffene einen regelrechten Widerwillen gegen ihre Aufgaben. Körperliche Beschwerden gehen mit den psychischen häufig einher. Typisch sind Rücken- oder Kopfschmerzen, auch Herz- oder Verdauungsprobleme, Schlafstörungen, Albträume und sexuelle Probleme.

Bestandteil einer Psychotherapie bei Betroffenen von Burnout sind vor allem Konflikt- und Stressmanagement, Entspannungstrainings und die Stärkung des Selbstbewusstseins. Jene Eigenschaften, jene Verhaltensweisen, die Menschen in ein Burnout hineingeführt haben, können in der Therapie als wichtige Ressource genutzt werden. Denn wer es gewohnt ist, viel zu leisten, ist oft eher bereit, sich in einen Veränderungsprozess zu begeben.

● Depression

Depressive Episoden

Denken und Handeln sind bei der Depression oft so miteinander verwoben, dass sie sich gegenseitig verstärken. Wissenschaftler sprechen hier von der Depressionsspirale. Ein typisches Merkmal der depressiven Erkrankung ist das subjektive Gefühl vieler Patienten, "in einem Teufelskreis gefangen" zu sein.

Typische Symptome eines depressiven Syndroms sind gedrückte Stimmung, verminderter Antrieb, Freundlosigkeit, Interessenverlust und Schuldgefühle. Begleitet werden die depressiven Episoden häufig von Schlafstörungen, Appetitveränderungen, körperlichen Symptomen wie z.B. Kopf- und Rückenschmerzen, Probleme im Bereich des Magen- Darmtraktes sowie erhöhte Infektanfälligkeit.

Depressionen sind kein Schicksal, das man hinnehmen muss. Mit der richtigen Therapie sind Depressionen gut behandelbar. Seelische Phänomene liegen unter der Oberfläche und laufen im Verborgenen ab. Daher ist es hilfreich, an diesen unbewussten Vorgängen zu arbeiten, ihre Funktion in ihrem System sowie in Ihrem Lebenskontext zu verstehen. Durch den Kontakt zu der inneren Welt eröffnet sich die Möglichkeit, mehr Sicherheit und Kontrolle wieder zu erlangen, so dass sie sich stabiler und selbstbewusster fühlen und gestärkt aus der Depression hervorgehen können.

● Zwangserkrankungen

Eine Zwangserkrankung ist eine Erkrankung, bei der Zwangsgedanken, Zwangshandlungen oder Zwangsimpulse auftreten, die als unsinnig erkannt werden, dennoch zu einer Verminderung innerer Anspannung und Angst führen.

Im Verlauf aber kommt es immer wieder zu der Manifestation ritualisierter Abläufe, die scheinbar die innere Spannung reduzieren, aber den dahinterstehenden eigentlichen Konflikt nicht lösen.

Die Inhalte einer Zwangsstörung können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Die häufigsten Zwangshandlungen sind Waschen, Reinigen, Kontrollieren, Ordnen, Wiederholen, Berühren und Zählen, die durch die ständige Wiederholung und die Unfähigkeit, dies zu stoppen zu einer Beeinsträchtigung des Alltags werden. Zwangsgedanken beziehen sich z.B. auf Ansteckung, ständige Beschäftigung mit Symmetrie und Ordnung, aggressive oder sexuelle Gedankeninhalte, Angst anderen Schaden zuzufügen, was auch mit magischem Denken verknüpft sein kann. So soll Unheil von Betroffenen oder Bezugspersonen fern gehalten werden.

Bei der Diagnostik wird zwischen Zwangsgedanken und Zwangshandlungen unterschieden. Bei 70 bis 90 Prozent der Betroffenen treten jedoch beide Symptome gemeinsam auf.

● Somatoforme Störungen

Unser Körper reagiert auf verschiedene Situationen und unterschiedliche Stimmungen und Ereignisse sowohl positiv als auch mit Symptomen, die uns unangenehm sind. So werden wir rot, wenn wir uns schämen und müssen häufig auf die Toilette, wenn wir aufgeregt sind. . Wenn jedoch einschränkende Körperreaktionen sich dauerhaft manifestieren und somit chronisch werden, dann können somatoforme Krankheitsbilder entstehen: Kopfschmerzen, chronische Rückenschmerzen, Magen- und Darmbeschwerden, Asthma, Hautausschlag oder Tinnitus. Somatoforme Krankheitsbilder zeichnen sich dadurch aus, dass kein, den Leidensdruck erklärendes körperliches Korrelat zu finden ist. Daher ist es nicht selten, dass Menschen, die unter einer somatoformen Erkrankung leiden, bevor sie sich bei einem Psychotherapeuten oder Psychiater vorstellen, häufig eine Odyssee an frustrierenden Arztkonsulationen hinter sich haben. Letztlich kann man daher somatoforme Beschwerden als medizinisch unklare körperliche Symptome bezeichnen.

Somatoforme Beschwerden treten bei rund fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung auf. Risikofaktoren wie eine belastende Kindheit oder eine Traumatisierung können das Entstehen begünstigen. Häufig führen aktuelle Lebensereignisse oder andauernder negativer Stress zum Auslösen dieser Erkrankungen.

● Essstörungen

In all den Fällen, in denen das Essen seine Normalität verliert, sich in den Vordergrund drängt und das Denken bestimmt spricht man von einer Essstörung.

Die beiden spezifischen Syndrome Anorexia nervosa ("Magersucht") und Bulimia nervosa ("Ess-Brech-Sucht") sind die bekanntesten und typischen Essstörungen. Beide Erkrankungen sind sehr komplex. Bei der Magersucht (Anorexia nervosa) dominiert das Hungern und Kalorienzählen, so dass dem Körper möglichst wenig Nahrung zugeführt wird. Ganz anders bei der Binge-Eating-Störung: Die häufig übergewichtigen oder fettleibigen Betroffenen denken ständig ans Essen, empfinden eine regelrechte Gier nach Nahrung und stopfen sich anfallsartig voll. Bei der Ess-Brech-Sucht (Bulimie) hingegen sind die Leidtragenden meist normalgewichtig, haben aber große Angst vor der Gewichtszunahme. Daher setzen sie ihren Essattacken ungesunde Maßnahmen entgegen, übergeben sich, betreiben exzessiven Sport oder nehmen Abführmittel.

Alle schwerwiegenden Essstörungen verursachen körperliche Beschwerden, Mangelernährung oder Fettleibigkeit sowie die dazugehörigen körperlichen und sozialen Probleme, Muskelschwund, Osteoporose, Entzündungen der Speiseröhre und Zahnschäden. Andauernde Störungen des Elektrolythaushalts können zu Herzversagen führen.

● Trauma

Traumata sind kurz oder lang dauernde Ereignisse von außergewöhnlicher Bedrohung, die nahezu bei jedem Menschen tiefgreifende Verzweiflung auslösen würden. Solche Traumatisierungen spielen eine zentrale Rolle in der Entwicklung psychischer Störungen und treten aber auch isoliert in Form von Traumafolgestörungen auf. Dabei bezeichnet man als Typ-I-Trauma ein zeitlich umschriebenes Ereignis wie eine Brandkatastrophe, einen schweren Verkehrsunfall oder einen Überfall. Ein Typ-II-Trauma bezeichnet ein langanhaltendes Ereignis, zum Beispiel chronische innerfamiliäre Gewalt, sexuelle Ausbeutung oder Kriegserlebnisse. Beide Formen können zu psychischen Erkrankungen in unterschiedlicher Ausprägung und Intensität führen. Traumatisierende Ereignisse können in einem Menschen extremen Stress auslösen und Gefühle der Hilflosigkeit oder des Entsetzens erzeugen. Die hierdurch hervorgerufene Angst- und Stressreaktion kann bei der Mehrzahl der Betroffenen wieder von alleine abklingen. In diesen Fällen hat die Überwindung des Traumas sie in ihrer Resilienz wachsen lassen. In besonderen Fällen jedoch, wenn diese erhöhte Stressspannung über längere Zeit bestehen bleibt und es keine Möglichkeit gibt, die Erlebnisse adäquat zu verarbeiten, kann es zur Ausbildung von teils intensiven psychischen Symptomen kommen. Das bekannteste dieser Krankheitsbilder ist die sogenannte posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

● Persönlichkeits- und Beziehungsstörungen

Als Persönlichkeitsstörungen bezeichnet man komplexe Störungen der Interaktion eines Menschen mit seiner Umwelt. Daher können Persönlichkeitsstörungen als Beziehungsstörungen definiert werden. Persönlichkeitsstörungen sind somit immer ein Problem der Interaktion und nie das alleinige Problem der Betroffenen. Menschen mit Persönlichkeitsstörungen haben oft schon seit sehr langer Zeit, häufig bereits seit der Kindheit, immer wieder dieselben zwischenmenschlichen Probleme. Sie geraten immer wieder in gleicher Weise in Konflikte mit anderen, werden enttäuscht, brechen Beziehungen ab oder scheitern an ihren Arbeitsstellen.

Für Außenstehende ist es oft ganz leicht nachzuvollziehen, was die Person ändern müsste, um diese Schwierigkeiten nicht mehr zu haben. Die Person selbst jedoch verhaftet in diesen rigiden und unflexiblen Verhaltensmustern, da sie unfähig ist, flexibel auf eine spezifische Situation zu reagieren.

Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen sind Persönlichkeitsstörungen in gewisser Weise ursprünglich als Überlebensstrategie entwickelt worden. Da sich im Verlauf des weiteren Lebens, sowohl das Alter sowie der Lebenskontext verändert hat, passen diese Muster nicht mehr, werden aber dennoch als weiterhin sicherheitsspendend erlebt und daher, obwohl sie nicht mehr zum gewünschten Erfolg führen, weiterhin beibehalten.


 

 


Dr. med. Julia Shababi-Klein
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